Willkommen bei der Konzertreihe The Silver Swan!

Musik besteht nicht nur aus Tönen und Emotionen – sie lebt und existiert in Zeit und Raum. Um Ihnen eine umfassende Sinneserfahrung zu bieten, laden wir Sie am Samstagabend ein, mit uns eine ganz persönliche Erfahrung zu machen: eine Zeitreise ins frühe 17. Jahrhundert, um in den überlieferten Klängen konkreten Menschen, ihrem Leben und ihren Gefühlen zu begegnen.
Unser nächstes Konzert: Cries from London
Eine Theatertruppe – bestehend aus nur einer Schauspielerin und zwei MusikerInnen – bringt Rufe und Stimmen aus London nach Bremen. Im Mittelpunkt stehen Werke von Shakespeare und seinen Zeitgenossen, begleitet von Liedern, Balladen und virtuosen Tänzen aus der Epoche Elisabeths I. und Jakobs I. Diese Aufführung verbindet Musik und Schauspiel und entführt das Publikum in die Welt des Theaters.
Im England des 16. und 17. Jahrhunderts war das Theater ein zentraler Ort gesellschaftlicher und intellektueller Begegnungen. Es spielte eine bedeutende Rolle im kulturellen Leben, obwohl es strengen Kontrollen und Zensur unterlag. Seit den 1570er Jahren waren religiöse Themen in Theaterstücken offiziell verboten, was auf die politischen Spannungen der Reformation zurückzuführen war. Trotz dieser Einschränkungen entwickelte sich das Theater zu einem blühenden Zentrum künstlerischen Ausdrucks. Die Gesellschaft fand in den Theateraufführungen eine Möglichkeit, die politischen und sozialen Strömungen ihrer Zeit zu reflektieren. Ein wichtiges Ausdrucksmittel, vor allem für Emotionen und unausgesprochene Gedanken, war die Instrumentalmusik. Die Anforderungen an den dramatischen Gebrauch dieser Musik trugen zu einer stilistischen Weiterentwicklung bei.
Aufgrund des begrentzten Platzangebots bitten wir um eine Anmeldung unter thesilverswan.bremen@gmail.com
Einlass ab 17:30, freier Platzwahl.
Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass das Gebäude aufgrung historischen Charakters nicht barrierefrei ist.

Das Ludwig Roselius Haus
Die Grundmauern des ältesten Gebäudes der Böttcherstraße in Bremen gehen vermutlich bis in das 14. Jahrhundert zurück. 1588 wurde das Haus als Neubau im Stil der Renaissance errichtet. Ludwig Roselius (1874–1943) erwarb das Gebäude und gab ihm den Namen »Roselius-Haus«. Dem Idealbild eines mittelalterlichen Bremischen Bürgerhauses folgend, ließ er es mit einem Treppengiebel versehen, ausbauen und zum Museum umgestalten.
1928 machte er darin seine kostbare Sammlung von Kunst und Kunsthandwerk des nordeuropäischen Raums der Öffentlichkeit zugänglich. Der Bau wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, doch konnte er genau rekonstruiert werden. Die Sammlung wurde durch Auslagerung gerettet, so dass sich das Museum heute so präsentiert, wie es der Gründer wollte: Erlesene Einrichtungsgegenstände erzeugen die stimmungsvolle Atmosphäre gehobener bürgerlicher Wohnkultur. Hochrangige Kunstwerke fügen sich in ein Ensemble von kostbaren Möbeln, Teppichen, Wandbekleidungen und Kunstgewerbe.
Mit Parkett, Kassettendecke, Prunkschrank und einer Empore trägt der Treppensaal den Charakter eines Festsaals, in dem das Konzert stattfinden wird. Das glanzvolle Ensemble wird bereichert durch barocke Gemälde (17. und 18. Jh.): Bildnisse und Darstellungen mythologischer Themen in reicher Farbigkeit und dynamischen Kompositionen. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Porträts prunkvoll gekleideter Menschen, die das starke Repräsentationsbedürfnis des 17. Jahrhunderts dokumentieren.
Das Museum bietet mit seiner reichen Sammlung und dem Ambiente des Treppensaals eine ideale Umgebung, da mit den Konzerten der Reihe „The Silver Swan“ das Ziel verbunden ist das Publikum in eine andere Zeit bzw. Welt zu versetzen. Schon der Gründer des Museums Ludwig Roselius strebte für seine Sammlung an, den Besuchenden mit den verschiedenen Stilräumen in eine vergangene Welt eintauchen zu lassen. Musik, Kunst und Publikum sollen sich im Raum und im Moment so stark verbinden, dass eine ganz eigene Atmosphäre entsteht. Denn die Aufführungen werfen einen ganzheitlichen Blick auf Gesellschaft, Musik, Literatur und Denkweise im frühen 17. Jahrhundert.
